Vom Emperor-Abkömmling ist man auch auf solituden Pfaden ein hohes musikalisches Niveau gewohnt. Dies noch übertreffen zu wollen oder gar dies zu behaupten grenzt ja mancherseits schon Blasphemie. Doch jüngst hat der Emperor himself sich wieder in die tiefsten Labyrinthe seines eigenen Songwritings gewagt, um selbige noch fesselnder und tiefgründiger zu gestalten. Mit „After“ ist ihm dies erneut in voller Güte gelungen. Ohne Schnickschnack begibt man sich, sobald die Scheibe rotiert, auf eine fullminante Fahrt durch sämtliche Fahwasser, die metallische Musik so zu bieten hat. Und auch wenn „The Barren Lands“ noch melodiös Akzente zu setzen weiss, drückt der Folgesong „A Grave Inversed“ tüchtig auf die Ohrmuscheln und dies gleich mit einem Instrumentenwirrwarr, das nach Brutal Death Metal zusammen mit Norwegian Black Metal im Stil von Devin Townsend rückwärts durch ein Alt-Saxophon geträllert wird. Auf der einen Seite unheimlich, unheimlich krank und auf der anderen Seite phantastisch genial und genial kreativ. IHSAHN rammt auf die Art metaphorisch seine Flagge ganz nach „I claim this land“-Manier in die heimische Musikanlage und die Fronten sind geklärt. Fortan wird auf melodiöse, scheinbar poppige Parts gesetzt, die so gar nicht kantig und harsch sind. Es scheint, als würde IHSAHN was-weiss-ich-für-einen Kampf austragen und das mitten in meinem Wohnzimmer. Und das garantiert nicht zum letzten Mal!
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