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09.07.2007

Powertrip

 

„Metal made in Sweden“ steht an sich schon als Garant für hochwertigen Gothenburg Metal á la In Flames, Dark Tranquillity, Soilwork & Co. Doch auf meinem letzten Trip durch die einsamen Landstriche dieses herrlichen Landes wurde ich auf einen wahren POWERTRIP gebracht: eine junge Band, geballte Kreativität und tiefste Melancholie kreuzten meinen Weg. Beeindruckt von ihren musikalischen Ideen, dennoch kritisch gegenüber der Sängerin (wo doch schon viel zu viele Trällerelsen – man verzeihe mir den Ausdruck!! – mit ihrem Singsang nerven), ließ ich mich zu einem Treffen in ihrem Proberaum hinreißen. Ich muss gestehen, ich war begeistert. POWERTRIP rocken, bringen dich auf eine Achterbahn der Gefühle und spielen mit deinen Emotionen, dass es nur so kracht! Die wirklich schöne, kräftige, zauberhafte Stimme der Sängerin Vikkis war alles andere als eine weitere langweilige Enttäuschung und verstand es mich in einen Bann zu ziehen. Diese Band verdient es, dass man sie unterstützt, denn auch die mir vorliegende CD enthält, was ich live mitbekommen habe: von tiefstem Seelenschmerz über sehnsuchtsvollen Momenten hin zu reinen Glücksgefühlen wird der Hörer von einer Emotion in die nächste getrieben. Höchste Zeit euch die Künstler von POWERTRIP näher zu bringen!
Ihr seid eine unbekannte Band, daher stellt bitte Eure Musik und Euch selbst kurz vor.
Peter: Roh, kompromisslos. Heavy Rock, der euch genauso in manische Depressionen leitet, wie er euch Glückseeligkeit geben kann. Powertrip wurde 2003 von Hampus Ek, Vikkis Johansson, Peter Uven und Per Eriksson gegründet. Wir bearbeiteten sofort das bereits geschriebene Material von Per und mir und Vikkis lieferte uns die fehlenden Inspirationen für unsere Lyrics. Wir erkannten schnell, dass diese Art zu arbeiten sehr effektiv für uns war und halten uns noch heute daran. Dank einiger Gerüchte über einen besonders energetischen Rock Act, fanden wir uns im Jahre 2004 in einem Voting der PDOL Demo-Stage wieder. PDOL ist eines der größten Musik Festivals Schwedens, daher waren wir überglücklich, als eine der Bands auftreten zu dürfen. Diese Show begeisterte das Publikum und Presse dermaßen, dass wir aufgrund der enormen Nachfrage ein 3-Track-Demo aufnahmen. Nachdem das Demo in Umlauf gebracht war, erhielten wir immer mehr Angebote für weitere Auftritte und die Medien zeigten uns wachsendes Interesse. Erst in 2006 waren wir dann soweit und signten einen weltweiten Vertrag für unser erstes full-length Album „Cold Black Lie“ bei Sleaszy Rider Records. Wir sind echt gespannt, wie das Album außerhalb unseres Heimatlandes ankommen wird. Stichtag ist übrigens der 24. August 2007.
 Welche Bands inspirieren euch und warum?
Peter: Alles kann eine Inspiriration sein. Von Polka über Black Metal ist alles drin.
Per: Ich denke, es ist oft der Gitarrensound einer Band, der mich persönlich anspricht. Meine Riffs entstehen oft durch Eingebungen, die ich beim Hören von Musik erhalte. Gerade die alten Heavy Rock Gitarristen und ihr Sound inspirieren mich. Aber, wie Peter schon sagt, alles und jedes an Musik ist wichtig.Vikkis: Für mich sind es Bands und Künstler aller Himmelsrichtungen, die wichtig sind. Als Sängerin sind für mich gerade die großen Stimmen wie Janis Joplin, Beth Hart, Zack de la Rocha und andere immer eine große Inspiration. Es sind Sänger, die mit ihrer Seele singen und ehrlich klingen.  Das Songwriting – verwendet ihr alltägliche Erfahrungen in euren Texten oder lebt ihr hier eher tiefe, philosophische Gedanken aus?Vikkis: Beides fliesst in unsere Texte ein. Für mich persönlich sind die Texte enorm wichtig, daher versuche ich beim Schreiben immer eine tiefe Beziehung zu den Inhalten aufzubauen.
Vikkis, du als Sängerin mit einer fantastischen Stimme hast doch sicher eine professionelle Ausbildung?
Vikkis: Danke für das Kompliment! Naja, ich schrie bereits als Baby extreme herum und konnte nie damit aufhören (lacht). Daher habe ich später auch den gesang zum Beruf gemacht. Nach einer guten Ausbildung bin ich selbst als Gesangslehrerin tätig. Wer auch immer Gesangsstunden braucht kann sich gern an mich wenden! Ich brauche immer Geld (lacht)...

Schade, dass ich Euch nie wirklich live bei einer Show gesehen habe. Habt Ihr schon Auftritte außerhalb Schwedens gegeben? Vielleicht sogar in meinem Heimatland Deutschland?
Peter: Leider haben wir noch nicht außerhalb Schwedens gespielt, aber hoffen doch sehr, dass wir in Kürze auch Europa von uns überzeugen dürfen. Gerade Deutschland hat so eine große Rock- / Metalszene, dass es uns eine Ehre wäre mit den deutschen Fans durchzudrehen!
Gibt es denn schon zukünftige Tourpläne?Peter: Na, da must du mal unser Management fragen (lacht). Aber im Ernst, natürlich machen wir uns gerade jetzt kurz vor unserem ersten release viele Gedanken und planen grob, doch ob sich die Pläne durchsetzen lassen...das weiss man jetzt noch nicht. Für uns sind Live Gigs wichtig, darum haben wir ja auch die Band gegründet. Wir sind alles andere als eine Studioband und lieben und leben die Shows. Ich kann dir versprechen, wenn du uns auf einer Bühne stehen siehst, die Show beginnt, dann spürst auch du als Zuschauer, dass wir uns zu Hause fühlen. Live – das sind wir! Sei nicht überrascht, dass wir eines Tages unerwartet bei dir in der Stadt spielen, denn wir werden ganz sicher nach Deutschland kommen und richtig Arsch treten!

Per: Ja, ich denke auch, dass wir eine Band sind, die sich auf der Bühne noch zig mal besser anhört und Spass macht, als durch die Anlage im Wohnzimmer.

Verratet mir doch mal ein paar Bands, mit denen Ihr gern mal auf Tour gehen würdet und warum.
Peter: Oh Mann, da sind so viele! Na, definitive würde ich es klasse finden mit Iron Maiden oder Rage Against The Machine aufzutreten.

Per: Hmm, ich würde gern mit den bands touren, für die ich Geld für deren Shows ausgebe. Aber um Namen zu nennen… Tool, Rage Against The Machine, AC/DC, Danko Jones zum Beispiel.

Vikkis: Yeah! Iron Maiden, da hätte ich endlich einmal ausreichend Zeit heraus zu finden, was Bruce Geheimnis ist, das ser von Jahr zu Jahr besser klingt


Welche Ziele habt Ihr mit Powertrip?
Peter: Wir wollen natürlich so weit wie möglich kommen und uns durch niemanden stoppen lassen. Aber die Hauptsache ist  im Moment, dass wir eine Tour machen und uns präsentieren.

Per: Ich habe viel Zeit damit verbracht über unsere Karriere nachzudenken und denke, es ist schon ein toller Anfang, dass unser Album jetzt erscheint, wir schon Erfolge haben. Aber Peter hat recht, wichtig ist in Moment eine Tour. Das gilt bei uns als Priorität. Vikkis: Ich sehe es auch so, dass wir uns durch eine Tour der Heavy Rock Fangemeinde präsentieren müssen und unsere Gedanken, Gefühle und Energie so weitergeben. Ich hoffe, dass wir dadurch viele Menschen erreichen werden.
Arbeitet Ihr bereits an neuem Material?
Peter: Ja sicher! Es ist ein unumgänglicher Prozess und endet niemals. Wir haben bereits ein paar Nummern fertig komponiert und sobald wir Zeit haben, werden wir das neue Material aufnehmen und vorab aussortieren. Wir arbeiten gerade an einem richtigen Kracher für ein Hockey Team, das die Musik als Hintergrundmusik für ihren Einmarsch nehmen wollen. So etwas haben wir noch nie zuvor gemacht, daher ist das eine absolute Herausforderung für uns!! Ich denke, dass es killer wird!!
Per: Uns fallen permanent neue Sachen ein, daher arbeiten wir irgendwie zu jeder Zeit an was Neuem.

Habt ihr schon daran gedacht, ein Konzeptalbum zu schreiben?
Peter: Ja, wir haben schon darüber gesprochen, aber man muss ein gutes Thema finden, damit es auch funktioniert und ehrlich rüberkommt. Mal sehen, wir besprechen solche Dinge immer innerhalb der Band und sind alle von der Grundidee angetan, daher besteht die Möglichkeit auf jeden Fall, dass es eines schönen Tages ein Konzeptalbum geben kann.

So wie ich Schweden kennen gelernt habe, unterscheiden sich Land und Leute ganz enorm von Deutschland oder auch anderen europäischen Ländern. Die Leute sind Metal gegenüber wesentlich offener, Parties sehen hier ganz anders aus (schon allein wegen der Alkoholpreise) und vieles andere. Daher interessiert mich, was ihr so an euren Wochenende treibt und was euch wichtig ist...  

Peter: Ich für meinen Teil bin total süchtig nach Musik. Das ist für mich mein Lebensinhalt und daher verbringe ich auch meine Zeit damit. Neues lernen, kreativ sein, mit Freunden einfach mal jammen oder an regnerischen Nachmittagen den Blues spielen – das zählt! Ich brauche Kaffee oder mal ein Bier und mein Instrument um wirklich glücklich zu sein. Natürlich hänge ich auch gern mit meiner Freundin ab, mache Blödsinn und flippe einfach nur herum! Einer der größten Pluspunkte an Schweden ist für mich, dass man nicht weit weg muss um in absoluter Einsamkeit zu sein. Du kannst kilometerweit laufen und begegnest keinem Menschen. Einfach mal auf einer Bergkuppe stehen und die Stille hören – das ist wirklich super, gerade in der heutigen Zeit. Und ich genieße das so oft es geht.

Per: Ich gebe zu, ich habe keine wirklichen Hobbys. Vielleicht nutze ich zuviel meiner Zeit um Musik zu machen. Ich mag aber alles, was schnell ist: Autos, Motorräder und so weiter. Schade, dass ich daraus kein hobby machen kann, aber es ist nun einmal zu teuer. Ich habe mal BMX gefahren, Skateboard, aber ich war nicht so toll und habe zu oft irgendwelche Knochen gebrochen...also Schluss damit. Hin und wieder fahre ich mit meinem Snowboard herum – Schnee ist wenigstens weich (lacht)... 
Vikkis: Ich bin ein kreativer Mensch und liebe es, Kreativität auszuleben. Sei es Songtexte schreiben, Bilder malen oder musizieren – alles ist fein, solange ich meiner Kreativität freien Lauf lassen kann. Für mich zählt eigentlich nur, dass es meinen Freunden, meiner Familie und mir gut geht.


Wenn wir über schwedische Bands sprechen, dann kommen als erstes Acts wie In Flames, Arch Enemy, Hammerfall und andere in uns auf. Ihr unterscheidet euch ganz enorm von deren Musik. Wollt ihr mit eurer Musik eine neue schwedische Welle erschaffen und auf die Welt loslassen?  
Peter: Na, das hoffe ich doch! Wie du schon so richtig sagst, wir haben nicht viel mit diesen Bands gemein. Sie sind sicherlich sehr gut, aber wir haben halt eine andere Richtung für uns entdeckt und leben diese Musik auch. Ich denke, dass die Fans heute alle irgendwie einen Hang zum natürlichen, traditionellen und handgemachten haben. Die überproduzierte Musik findet sich mehr in den Charts als im Metalsektor. Und das ist gut so! Wir wollen, dass die Leute unsere Musik spüren. Wir lieben die Natürlichkeit unserer Gefühle durch unsere Musik darzustellen. Was wir nicht so toll finden, aber halt viele Größen im Metalbusiness machen, sind beispielsweise exakte Drums. Schlag für Schlag Perfektion wie bei einem Computer. Warum stellen sie nicht direkt einen Computer hin, statt einen Menschen, der auch mal einen Fehler machen darf?
Per: Ich finde, die Musik auf einer CD sollte immer nahe an der sein, die eine Band live präsentiert. Ich würde nicht so gern Geld für ein Ticket ausgeben, wenn die Cd total klasse und tight gespielt ist, aber live sieht und hört man ein Desaster. Daher haben wir uns einem eher traditionellen Sound verschrieben und leben diesen auch im Studio genauso wie live. Wir nutzen kaum technische Hilfsmittel von Computern, spielen lieber alles per Hand mit Gefühl. Selbst das geniale Bass-Solo, das Peter in einem unserer Songs zum besten gibt, läuft nur aufgrund des Feelings. Es funktioniert halt auch ohne Hightech. Vikkis: Und auch ein weiterer Teil ist für uns wichtig das Livegefühl auch auf CD zu bannen: wir nutzen im Studio keine multiple effects, keinen Chor, wie es andere Bands tun. Wir setzen auf ehrlichkeit in der Musik und spielen im Studio genauso wie wir es live tun würden.
Was denkt ihr über die momentane Situation im Musikbusiness?Peter: Nun, es hat sich stark verändert und ich hoffe, dass es sich künftig zum Besseren wenden wird. Ich denke, das Internet hat viele gute wie schlechte Veränderungen für das Musikbusiness gebracht. Heute kannst du durch das Netz in die hinterste Ecke der Musikwelt gelangen und neue Dinge kennen lernen und musst dich dabei nicht mal bewegen. Die Welt ist kleiner geworden, man lernt sich einfacher kennen, aber genauso hat es negative Aspekte. Das Business lebt mehr und mehr von Phantomen und es wird schwieriger, sich auf Deals einzulassen, da die Persönlichkeit fehlt. Man fällt öfter auf Typen herein, die viel versprechen und letztendlich nichts tun. Klar, im richtigen Leben passiert das auch, aber gerade im Netz ist es schwieriger nicht zu viele Vorurteile zu haben oder zu leichtgläubig zu sein.   Solltet ihr die Möglichkeiten haben, die Musikbranche zu verändern und Dinge für euch als Musiker besser zu gestalten – was würdet ihr tun?Peter: Zunächst den Bullshit leerer Versprechungen irgendwie in den Griff bekommen. Dafür sorgen, dass dieser Rip Off aufhört und man wieder sicher sein kann, dass die Leute, die mit einem und für einen arbeiten auch genau das tun. Piraterie stoppen und mehr Ehrlichkeit aufbauen!

Per: Wir haben oft diese “Pay To Pay” Verträge hereinbekommen und hasse das. Unerfahrene Musiker gehen dem Schwindel nur zu gern auf den Leim.

Um das Interview zu beenden: möchtet ihr noch etwas euren (neuen) Fans sagen?
Peter:  Keep your spirit high, fist in the air und glaubt nicht alles, was euch erzählt wird! Ich hoffe, wir treffen uns demnächst auf Tour!!

Per: Keep on Rockin in the free world!
Vikkis: LIVE! And take a ride on the Powertrip!!

 
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Fotzenhaar : das rockt doch mal...mehr von sowas!
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