Wieder einmal verschlug es mich ins Logo in der Grindelallee. Diesmal luden Roots of Infinity, Syqem und die Headliner des Abends Uncreation zum Feste. Selten habe ich mich so jung gefühlt wie an diesem Abend. Das junge und sonst auch eher als durchwachsen zu beschreibende ca. 200 Leute starke Publikum zeigte sich partyfreudig bis zum Exzess, sodass wieder einmal Bierflaschen zu Bruch, die Türen fast aus den Angeln und die Lichter über dem Moshpit beinahe von Crowdsurfern ramponiert wurden.
Pünktlich um neun ging es dann mit einem fast leeren Logo und einer trotzdem durchaus motiviert wirkenden Band namens Roots of Infinity los. Die drei im Durchschnitt erst 18-jährigen Musiker ließen kaum Wünsche offen. Von dem durch Progressivität glänzenden und sauber gespielten Rock-Song „Roots“ über die Ballade „Her Sweet Hand“ bis hin zu einem als eher ’schülerbandtypisch’ zu bezeichnenden „Infinite Truth“ wurde zwar etwas für alt und jung geboten, jedoch passte gerade diese Zusammenstellung der Stile nicht recht zueinander. Es müsste noch hier und da etwas gefeilt werden, die Lieder kompromissloser und harscher werden, doch zeigten die drei Jungs ein enorm großes Potential, und wenn man sich in nur 4 – in Worten: vier (!!) – Jahren zu solchen Gitarren- und Bassspielern entwickeln kann, werden sie bald so manchen „großen“ Bands die Rücklichter zeigen.
Homepage Roots of Infinity
Danach kam eine Band, die wohl am meisten für das jüngste Publikum verantwortlich waren: Syqem. Ist man jung und musikalisch noch nicht verdorben, sagen einem die fünf Hamburger wohl zu. Leider waren meine Erwartungen nach deren Homepage recht hoch, erzählt diese doch von Rock-, Jazz- und Drum’n Bass-Einflüssen. Wenn es diese geben sollte, so wurden diese im Logo weggelassen. Etwas müde wirkendes Songwriting und weitestgehend Stillleben auf der Bühne dominierten hier das Bild. Zwar stolperten die Jungs mal in etwas härtere und abwechslungsreichere Gefilde, doch wirkten diese nicht gut in den Song integriert.
Homepage Syqem
Der Abend endete mit einem Feuerwerk á la Uncreation. Wie nicht anders zu erwarten langten die fünf Todesbleier mit ihren wirklich kreativen und kraftvollen Songs kräftig zu. Schnelle Melodien, mal einstimmig, mal zweistimmig, unterlegt mit einem Hyper-Speed-Bass-Drum-Teppich, ein knallender Bass und eine kantige angsterfüllende Stimme, sorgten dafür, dass es kaum ein Skalp wagte sich der beugenden Menge zu entziehen. Das Publikum glitt den Hamburgern hierbei nie aus den Händen. Selbst als der Moshpit vor Euphorie überzukochen schien, drehte Sänger Andre kurzerhand die Flamme professionell herunter und bedankte sich für die Unterlassung der Demontage des Logos mit einem brandneuen Song. Hier stimmte wirklich alles. Das einzige Manko bei dieser Band ist, dass der schon seit Jahren sehnsüchtig erwartete Longplayer den dürstenden Fans zum Fraß vorgeworfen wird. Meine Messer sind gewetzt...
Homepage Uncreation |