Am 17.03.2007 luden wieder die schwulen Dänen zum Zerwalzen des Ballrooms ein. Gemeint sind natürlich ILLDISPOSED. Als tatkräftige Unterstützung liefen die Belgier IN-QUEST und die hier in Hamburg heimischen TIEFSCHLAG. TIEFSCHLAG legten zu Anfang ein ordentliches Hardcore-Brett ab. Genießen die Jungs nebst ihren Fans, die immer zahlreich zu ihren Konzerten kommen, nicht gerade das Ansehen qualitativ hochwertige, sondern geradezu stupide, trampelige Songs zu schreiben. Doch live zählt das wenig. Der überaus gut gefüllte Ballroom wollte gute Party-Musik zu der man abgehen kann und die hatten sie auch bekommen. Nach der Umbaupause enterten IN-QUEST die Bühne. Mir war die Band im vornherein nicht geläufig. Mea culpa. Doch stellte sich eine hohe aber freudige Erwartung aufgrund meiner Internetrecherchen ein. Lange habe ich auch überlegt wie man die Jungs hier in der Live-Review darstellen und weiter empfehlen kann. Letztendlich kam ich zu dem Entschluss, dass „eine echt gute Death-/Thrash-Metal-Band“ und „empfehlenswert“ einfach nicht ausreicht, Komparative wie „sehr gut“ oder „wirklich“ das ganze auch nicht ausdrücken können, wie sehr IN-QUEST rocken. Ohne eine Note gespielt zu haben, war ich vollkommen auf deren Seite. Ich weiss nicht, ob sie wie Süskinds Grenouille die charismatischsten Menschen umgebracht, deren Düfte eingefangen und ein alles einnehmendes Parfüm erstellt haben, aber so etwas habe ich selten gesehen. Die Songs waren gewaltig, fehlerlos und voller Spielfreude. Ich bilde es mir ein sagen zu können, ob eine Band Lust hat ihre Songs zu performen, oder nicht und hier war klar das erste der Fall. Nun also die Hauptband. Ich habe schon oft ILLDISPOSED live gesehen, sei es auf dem letzten Party San, in Wacken oder vor zwei Jahren hier im Ballroom. Und auch wenn ich die Schwulennummer (na gut, auf dem Party San wollten sie nicht schwul sein...) und die Eierlosentour mittlerweile mitsprechen kann, möchte ich das nicht missen müssen. Bo ist für mich nicht nur - bis in alle Zeit ungeschlagen - der beste Death-Metal-Sänger, sondern auch derjenige, der live jedes mal den Charisma- sowie den Witzboldpreis einheimst. Durch die Vorband reichte es diesmal jedoch nur zum zweiten. Auch war die Playlist wieder ein Gang durch die Bandhistory was man sich bei der Songvielfalt, aus denen die Dänen nach nunmehr knapp 15 Jahren Banderfahrung und 8 veröffentlichten Alben schöpfen können, auch wünscht. So erlernt man auch eine gewisse Professionalität wie man mit betrunkenen, nervigen Zuschauern umgeht, die ungefragt die Bühne in Beschlag nehmen um entweder jedem in den vorderen Reihen mit ihren Stagediving-Sprüngen die Körperteile ins Gesicht zu werfen oder die Geduld der Anwesenden mit Ausrufen als Zeichen ihrer schier unendlichen Blödheit zu strapazieren. Aber abgesehen davon hat es mir auf jeden Fall wieder sehr viel Spaß gemacht. An sich bleibt für diesen Abend kaum Platz zum nörgeln. Alles hat gepasst. Na gut, der Sound im Ballroom trifft nicht gerade ins Schwarze aber welcher macht das schon.
Die Bilder sind nun auch online... |