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WACKEN OPEN AIR 2008 - 31.07 bis 02.08.2008 vom 15.08.2008

 

In diesem Jahr war die Vorfreude auf Wacken nicht sonderlich größer als beim letzten Jahr. Ich meine, irgendwann ist das Maximum auch erfüllt, oder?! Bereits seit Wochen und Monaten ausverkauft sollten uns wieder einmal die Creme de la Creme der nationalen wie internationalen Metalszene erwarten. Etwas bedauerlich im Vorfelde war es jedoch, dass das Billing 2008 deutlich amerikanischer ausgefallen war, als man hoffte. Ich meine, nichts gegen eine gute Mischung von Stilen, doch volltätowierte, mittelmäßige Musiker, die eine bis ins Detail durchgestylte Show spielen, kann ich mir auch auf DVD anschauen. Oder es auch weiterhin lassen. 
Eindeutige Vorfreude-Gänsehaut bereiteten bei mir persönlich die Überflieger IRON MAIDEN und CARCASS sowie AT THE GATES, die das Billing für diesen Sommer für mich unschlagbar machten. Na gut, auf einem ebenfalls genialen, aber internationalen Festival waren diese Bands auch, doch das Wacken Open Air 2008 versprach schon sehr früh wieder etwas Besonderes zu werden. Viele Gerüchte und die Vorberichterstattung von Harry Metal zeigten einen Haufen Neuerungen, die wieder einmal die Schere zwischen den ehemaligen Festivaltagungen in dem kleinen Dorf in Schleswig-Holstein und der neuen Generation des Wacken Open Air weiter aufspannte. Immer unwirklicher scheint es bereits, entert man das Dorf schon Tage vor dem offiziellen Startschuss, dass vor gar nicht allzu langer Zeit, nur einige hundert, über weinige tausend bis nun beinahe unzählbare Metalheads das Dörfchen Wacken belagern. Sprach man noch vor 10 Jahren von einem „Dorf im Dorf“, so ist dieses Dorf mittlerweile zur größten Pilgerstätte von Freunden metallischer Musik herangewachsen. – Aber all das bekommt man ja nun an jeder Ecke von rostigen Metallern mit schütterem Haar und vollgepatchter Kutte zu hören, die ihre alten Geschichten schon fast im Wettstreit um den Dorfältesten jedem mehr oder weniger aufdrängen. Bei mir ist das natürlich was völlig anderes.
Doch zu den Bands möchte ich doch – auch wenn sie jeder kennt – ein paar Takte anfügen: Nachdem ich nun völlig platt war wie groß das Festivalgelände neuerdings ist – früher war ja alles anders... – fiel es mir wie Schuppen von den Augen als ich schmerzlich realisieren musste, dass eine, ich schätze mal sehr großzügig, Verdoppelung des Geländes das Mindestmaß war, das auch bis zum letzten Meter genutzt wurde. Zumindest bei Top-Headliner IRON MAIDEN. Nun war die Show nicht anders als man sie schon zu genüge live, oder wie ich zu meiner Scham gestehen muss, auf DVD gesehen hat, doch muss von den vorderen Rängen eine enorme Anziehungskraft ausgegangen sein, die wohl hin und wieder für kleinen Aufruhr gesorgt hatte. Dies machte sich dadurch bemerkbar, dass in der Meute hinter der zweiten Leinwand (für Kenner: beim T-Shirt-Stand etwa) der Ruck von vorn unaufhaltsam die eigene Figur an den schweißigen Nachbarn drückte, der wohl schon länger da und wohl genau so lange noch keine Dusche oder gar Seife gesehen hatte. Nun gut, die well-prepared Orga hatte ja in weiser Voraussicht außerhalb des Festivalgeländes Trucks und Riesenleinwände aufgebaut, so dass man in etwas ruhigerer Atmosphäre MAIDEN sehen konnte. Naja, jetzt kann ich einen Haken auf meiner „Die hab ich noch live gesehen“-Liste machen. Bei CARCASS und AT THE GATES freute ich mich wie ein kleiner Schuljunge bei Hitzefrei und keine Hausaufgaben heute. Bei extremerer Musik sind dann ja auch nicht ganz sooo viele Banger da, so dass man ja auch was von der Band hat. Und? Ja, liebe Leute, das hat sich vollends gelohnt. Neben dem Haken auf meiner Liste gab es noch ein Ausrufezeichen für „immer wieder“. Sämtliche Klassiker, bester Sound – ja gut, für ein Festival – und geniales Wetter: nicht zu kalt, nicht zu warm. Kurz: perfekt.
Da mich früher, als seit nunmehr zehn Jahren – ja, ich habe auch schon schütteres Haar –, eigentlich nur die Headliner zwecks Musik nach Wacken zogen, hat sich das nun etwas gewandelt. Zwar interessiere ich mich nicht für die Veranstaltung an sich, doch muss ich sagen, dass der Metal Battle immer interessanter wird. Ich weiß, dass es diesbezüglich immer wieder Diskussion und Kritik aufgrund fragwürdiger Nominierungen und Platzvergabe gibt, doch halte ich die Idee, größtenteils junge Bands eine Plattform vor einem großen Publikum zu spielen großartig, was ich auch gerne unterstütze. Ich weiß zwar nicht wer gewonnen hat und noch weniger, ob es verdient war, doch finden sich immer wieder neue Bands, die es sich zu notieren lohnt.
Lassen Sie es mich kurz machen: Über das Wacken Open Air kann man nicht viele Worte verlieren, so berühmt es mittlerweile ist, desto größer wird auch die Kritik, der Neid und die Missgunst vieler Fans. Dieser Diskussion bin ich mir ebenfalls bewusst. Meine Meinung mache ich nun schon länger in diesem Forum klar und werde auch in Zukunft dazu stehen. Das Wacken Open Air gehört für mich zu meinem Must-Have in jedem Jahr. Auch ich gehöre zu denjenigen, die sich ihre Karte für das nächste Jahr sofort bestellen, sobald dies möglich ist, denn ich bin mir sicher und ich werde jedes Jahr aufs Neue darin bestärkt, dass ich nicht enttäuscht werde.
Also bis zum WOA 2009!


 
Beitrag von  Grinch
 
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