Ein Problem zieht sich bereits seit langer Zeit durch die Live-Veranstaltungen in der Großen Freiheit 36 auf dem Hamburger Kiez, wenn diese an einem Samstag stattfinden sollen. Denn solche Gigs fangen bereits am späten Nachmittag an und hören bereits am späten Abend auf. Noch schlimmer ist es, wenn das nicht alle wissen, die zu solchen Konzerten hingehen und versehentlich die ersten Bands verpassen... Diese etwas leidige Erfahrung mussten auch die Black-Metal-Melodie-Könige von KEEP OF KALESSIN machen, die bereits um halb sechs die Bühne stürmten und das jedoch nur knapp 20 Fans bemerkten. Absolut professionell legten die Norweger eine 1A Show hin. Wahrscheinlich war es die Jetzt-erst-recht-Haltung, die sowohl die Musiker, wie auch die noch etwas hüftsteifen Headbanger dazu antrieben, richtig Gas zu geben. Für mich war es so, dass diese von jeglicher Seite angepisste Stimmung die Hasstiraden mit guter Miene in den Songs selbige unheimlich aufwerteten und bei sehr gutem Live-Sound diese Band zu einem frühen Highlight des Abends wurde. Ich denke, dass ich es wohl nie wieder so haben werde KEEP OF KALESSIN in der zweiten Reihe zu sehen, ohne dass mir komische Schwarzmetaller im Weg rumstehen. Schade, aber genial!
Ein heimlicher Headliner des Abends sollte die folgende Band werden. Mit ihrer überaus kreativen und gelungenen Mischung aus Thrash und Death Metal und einer bibbrig kalten und düsteren Stimmung nahmen die Niederländer von LEGION OF THE DAMNED bereits mit dem ersten Song die gesamte Halle für sich ein. Leider war auch hier das Problem, dass auf den Eintrittskarten „Einlass 19 Uhr“ stand, LEGION OF THE DAMNED jedoch schon um halb sieben spielten. Dennoch war gut der halbe Veranstaltungssaal aufgefüllt mit thrashfreudigen Metalheads. Und diese machten zusammen mit der Band Stimmung für die gesamte Halle! Auch hier wieder: 1A Show, sehr guter Sound. Naja, zumindest bis zum vorletzten Lied. Als plötzlich der Bühnenstrom ausblieb. Viel Tumult und ein vorzeitiges Ende kochten schließlich die Gemüter der Angereisten auf ein leicht umkippbares Level. Unstillbares Gebrüll nach entschädigendem Freibier blieben unerfüllt. Schade eigentlich.
Nun richtig angeheizt und angekotzt, zumindest war dies mein Eindruck, war die perfekte Grundlage gegeben für die Amis OBITUARY. Voller Wut, Aggression und Old School Death Metal war die Große Freiheit 36 schon fast in einem tranceähnlichem Zustand. Sämtliche Songs von „Slowly We Rot“ bis Auskopplungen aus dem letzten Masterpiece „Xecutioners Return“ wurden mit offenen Armen und fliegenden Haaren angenommen. Großartig!
Abschließend nahmen die Schweden von AMON AMARTH als Headlinder die Bühne in Beschlag. Absolute Headlinerqualitäten zeichnen diese Band ja schon seit längerem aus. Sympathisant und seit langem unangefochtene Spitze der Frontsaucharts, Johann Hegg, lies in Punkto perfekter Live-Performance keine Wünsche offen und geleitete absolut sicher und das gesamte Publikum der ausverkauften Großen Freiheit 36 mitreißend durch die Songs ihrer bereits seit über 16 Jahren andauernden Karriere. Ein krönender Abschluss eines noch jungen Abends! |